Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt zum Eintritt in die Altersrente ist nicht immer eindeutig zu beantworten und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Verschiedene Varianten der Altersrente haben unterschiedliche Bezeichnungen. Es gibt die Regelaltersrente, die Altersrente für besonders langjährige Versicherte, Altersrente für langjährig Versicherte sowie die Altersrente für schwerbehinderte Menschen.

Besonders bei vorzeitigem Renteneintritt gibt es einiges zu beachten. So können die Rentenabschläge stark variieren. Anspruch auf Regelaltersrente besteht nur bei Erreichen der individuellen Regelaltersgrenze. Sie kann nicht vorzeitig in Anspruch genommen werden. Die Geburtsjahrgänge vor 1947 erreichten diese Altersgrenze noch mit 65 Lebensjahren. Ab den Geburtsjahrgängen 1947 bis 1963 erfolgt eine stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters. Für alle Geburtenjahrgänge ab 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. Lediglich bei Bezug der Regelaltersrente erhalten Sie Ihren maximalen Rentenanspruch. In Ihrer Renteninformation wird neben der Höhe einer evtl. Erwerbsminderungsrente die Bruttosumme einer Regelaltersrentenhochrechnung ausgewiesen, die Sie erst bei Erreichen Ihrer persönlichen Regelaltersrente erhalten würden.

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte betrifft Personen, die seit ihrer Berufsausbildung fast ununterbrochen gearbeitet und dabei mindestens 45 Jahre Versicherungszeiten erworben haben. Diese Versicherten beziehen „abschlagsfrei“ Rente. Vor 1953 Geborene können diese Rente bereits mit 63 Jahren erhalten. Auch hier wird für jüngere Personen die Altersgrenze schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Im Einzelfall kann dies bedeuten, dass nicht nach exakt 45 Arbeitsjahren in abschlagsfreie Rente gegangen werden kann, sondern länger als 45 Jahre gearbeitet werden muss, um die Altersrente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen zu können.

Die Altersrente für langjährig Versicherte können Personen beziehen, die mindestens 35 Jahre Versicherungszeiten erfüllt haben. Diese Altersrente kann ebenfalls mit 63 Jahren erhalten werden, allerdings mit Abschlägen von 0,3 Prozent pro Kalendermonat der früher in Rente gegangen wird. Dieser Abschlag beträgt maximal 14,4 Prozent und gilt lebenslang.

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (alle Personen mit einem Grad der Behinderung ab 50) können Personen erhalten, die bei Beginn der Rente schwerbehindert sind und eine Mindestversicherungszeit von 35 Jahren erfüllt haben. Für 1952 bis 1963 Geborene wird die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente stufenweise angehoben. Bei 1964 oder später Geborenen liegt die Altersgrenze bei 65 Jahren. Es kann auch hier früher in Rente gegangen werden, dann allerdings mit Abschlägen. So kann ein 1954 Geborener frühestens mit 60 Jahren und 8 Monaten mit einem Abschlag von 10,8 Prozent in Rente gehen. Abschlagsfrei könnte er das mit 63 Jahren und 8 Monaten. 1962 Geborene gingen mit 64 Jahren und 8 Monaten in eine frühzeitige Rente für schwerbehinderte Menschen. Frühestens jedoch mit 61 Jahren und 8 Monaten mit 10,8 Prozent Abschlag. Eine Ausnahme gibt es bei Personen, die einen sogenannten Vertrauensschutz haben.
Personen die vor dem 1. Januar 1955 geboren sind, haben vor dem 1. Januar 2007 mit Ihrem Arbeitgeber Altersteilzeit vereinbart und waren am 1. Januar 2007 schwerbehindert, können Sie, nach dem so genannten Vertrauensschutz weiterhin mit 63 Jahren ohne Abschlag in die Altersrente gehen.

Gibt es Möglichkeiten, den Rentenanspruch anzuheben?

Wenn über die Regelaltersgrenze hinaus gearbeitet werden möchte, könnten der Rentenanspruch pro Kalendermonat um 0,5 Prozent steigen. Außerdem sind Sonderzahlungen zum Ausgleich von Rentenabschlägen möglich, wenn geplant wird, vorzeitig in Rente zu gehen. Diese können Versicherte ab dem 50. Lebensjahr bis zum Erreichen der Regelaltersrente zweimal jährlich leisten. Die konkrete Höhe des Ausgleichsbetrages wird vom Antragsteller festgelegt.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung. Die richtige Altersrente für Sie. Informationsbroschüre (2018).