Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig – beim Feierabendbier, beim Anstoßen auf Erfolge, beim geselligen Beisammensein. Dass dabei Grenzen oft fließend sind, ist keine persönliche Schwäche, sondern Teil eines komplexen sozialen Phänomens. Die Aktionswoche Alkohol, die bundesweit vom 13. bis 21. Juni 2026 stattfindet, lädt uns alle ein, genauer hinzuschauen – ohne Zeigefinger, aber mit offenem Blick.

Alkohol im Alltag – eine nüchterne Bestandsaufnahme

Laut aktuellen Zahlen konsumiert rund ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland regelmäßig Alkohol – viele davon mehr als gesundheitlich unbedenklich. Besonders im beruflichen Umfeld kann Alkohol eine doppelte Rolle spielen: als soziales Schmiermittel einerseits und als Ventil für Stress, Druck oder Erschöpfung andererseits. Was als gelegentliches Glas beginnt, kann sich schleichend zu einem problematischen Muster entwickeln – oft ohne dass es den Betroffenen selbst auffällt.

Was die Aktionswoche bewegen möchte

Die bundesweite Aktionswoche steht in diesem Jahr unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“ Sie richtet sich an alle – Betroffene, Angehörige und Fachleute gleichermaßen. Im Mittelpunkt stehen:

  • Aufklärung über Risiken und gesundheitliche Folgen von regelmäßigem Alkoholkonsum
  • Entstigmatisierung: Problematischer Konsum ist eine Erkrankung, keine charakterliche Schwäche
  • Stärkung des sozialen Umfelds – wie können Kolleginnen, Kollegen und Führungskräfte unterstützend agieren?
  • Hinweise auf professionelle Beratungs- und Hilfsangebote

Was können Sie tun?

Nutzen Sie die Aktionswoche als persönlichen Impuls: Reflektieren Sie Ihr eigenes Trinkverhalten ehrlich – vielleicht mit einem Trink-Tagebuch über eine Woche. Sprechen Sie in Ihrem Team, mit Freunden und Familie offen über das Thema, wenn ein Anlass besteht. Und vor allem: Wenn Sie sich Sorgen um sich selbst oder eine nahestehende Person machen, zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Unsere Mitarbeiterberatung ist vertraulich, kostenlos und unkompliziert erreichbar. Ob Sie selbst betroffen sind oder sich Sorgen um jemanden machen – wir sind für Sie da.

Herzliche Grüße Vanessa Vivenzio, Heike Eller & Christiane Debus